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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 17.11.2021

Defekter Toiletten-Spülkasten: Mieterin muss hohe Betriebskosten wegen Wasserverlustes zahlen

Wenn es wegen eines defekten Spülkastens zu einem Wasserverlust kommt, muss der Wohnungsmieter die daraus entstehenden erhöhten Betriebskosten grundsätzlich zahlen. Denn von einem Mieter kann erwartet werden, den erhöhten Wasserverbrauch zu bemerken und dementsprechend tätig zu werden. So entschied das Landgericht Hanau (Az. 2 S 123/19).

Wegen eines Defekts am Spülkasten der Toilette einer Wohnung kam es zu einem erhöhten Wasserverbrauch. Die Betriebskostenabrechnung wies daher einen Zahlungsbetrag in Höhe von ca. 1.800 Euro auf. Die Mieterin der Wohnung weigerte sich den Betrag zu zahlen. Sie gab an, wegen ihrer überwiegenden Abwesenheit den hohen Wasserverbrauch nicht bemerkt zu haben. Vielmehr habe die Vermieterin die Kontrolle der Wasserleitungen pflichtwidrig unterlassen. Das Amtsgericht gab jedoch der Vermieterin Recht. Es nahm eine Pflichtverletzung der Mieterin im Zusammenhang mit dem durch den defekten Spülkasten der Toilette entstandenen Wasserverlust an. Gegen diese Entscheidung richtete sich die Berufung der Mieterin.

Das Landgericht Hanau bestätigte die Entscheidung des Amtsgerichts. Es sei nicht vorstellbar, dass ein massiver, durch einen defekten Spülkasten verursachter Wasserverlust bei einem Mindestmaß an Aufmerksamkeit, die ein Mieter einer Wohnung dem Vermieter aufgrund der Obhutspflicht schulde, über mehrere Monate hinweg unerkannt bleibe. Die angeführte Abwesenheit sei unbeachtlich, da auch der häufig ortsabwesende Mieter einer Wohnung eine regelmäßige Kontrolle der Mietsache schulde. Der Vermieter sei im Fall eines erhöhten Wasserverbrauchs nicht ohne weiteres zur Kontrolle der Wasserleitungen des Hauses verpflichtet.

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