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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 18.11.2021

Zur Haftung für Unfall beim Zurücksetzen auf Parkplatzauffahrt

Wer auf einer Parkplatzauffahrt zurücksetzt, haftet beim Unfall allein. Wenn das hintere Fahrzeug bereits stand, entfällt auch dessen Betriebsgefahr. So entschied das Amtsgericht Buxtehude (Az. 31 C 44/21).

Auf einer Parkplatzauffahrt standen zwei Fahrzeuge hintereinander – der spätere Kläger hinter der Beklagten. Der Kläger verlangte Schadensersatz in Höhe von gut 1.100 Euro. Die Beklagte im Wagen vor ihm habe plötzlich den Rückwärtsgang eingelegt und sei auf sein zwei Meter dahinter stehendes Fahrzeug aufgefahren. Die Beklagte behauptete hingegen, dass der Kläger ihr aufgefahren sei. Da es nun zwei verschiedene Versionen des Unfallhergangs gab, bat das Gericht sowohl den Kläger als auch die Beklagte um persönliches Erscheinen in der Verhandlung. Jedoch erschien nur der Kläger vor Gericht, nicht jedoch die Beklagte. Der Kläger überzeugte das Gericht mit seiner Version. Daher bekam er den Schadensersatz vollumfänglich zugesprochen.

Im Rahmen der Anhörung habe der Kläger einen sachlichen, zurückhaltenden und insgesamt glaubhaften Eindruck hinterlassen. Die vom Kläger wiedergegebene Unfalldarstellung wirke erlebnisbasiert. Auch weil die Beklagte nicht persönlich erschienen sei, sei das Gericht von der Schilderung des Klägers des Geschehens überzeugt. Daher gab es den vollen Schadensersatz. Ein Abzug aufgrund der Betriebsgefahr des Wagens des Klägers käme nicht in Betracht. Es habe zum Unfallzeitpunkt bereits gestanden, daher sei von dem Auto nur eine geringe Gefahr ausgegangen. Außerdem läge das Verschulden ausschließlich bei der Beklagten.

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